Snacks mit 2 Jahren: Gegen Karies zuerst festlegen, wie oft
Für Karies zählen Menge und Häufigkeit, vor allem sollte Süßes nicht verteilt werden. Warum der Mund sauer wird, feste Snackzeiten und weniger schädliche Snacks.
Auf einen Blick
- Dieselbe Süßigkeit schadet auf einmal gegessen weniger
- Zwischen den Mahlzeiten nur Wasser
- Klebrige Süßigkeiten direkt nach einer Mahlzeit
„Ein Bonbon schadet doch nicht“ oder „Ich gebe ja immer nur ein bisschen“ – so denkt man schnell. Für die Zähne zählen aber Menge und Häufigkeit, und besonders wichtig ist, das Essen nicht auf viele kleine Male zu verteilen. Mit etwa 2 Jahren ist ein guter Zeitpunkt, feste Zeiten für Mahlzeiten und Snacks einzuführen. Hier lesen Sie, warum die Häufigkeit zählt und wie Sie es zu Hause gut regeln.
Warum „wie oft“ so wichtig ist
Isst Ihr Kind etwas Süßes, verwerten die Bakterien im Mund den Zucker und bilden Säure. Bei jedem Essen wird der Mund deshalb für 20 Minuten oder länger sauer, und in dieser Zeit wird die Zahnoberfläche ein wenig angelöst. Zum Glück spült der Speichel die Säure weg, sobald nicht mehr gegessen wird, und härtet die angegriffenen Zähne wieder.
Zum Problem wird es, wenn für diese Erholung keine Zeit bleibt. Knabbert Ihr Kind den ganzen Tag handvollweise Kekse oder nippt immer wieder an einem süßen Getränk im Strohhalmbecher, bleibt der Mund ständig sauer. Die Zähne haben keine Gelegenheit, sich zu erholen.
Deshalb ist dieselbe Menge, auf einmal gegessen, viel besser für die Zähne. Eine Tüte Kekse zur Snackzeit aufzuessen oder dieselbe Tüte den ganzen Vormittag über nach und nach zu leeren, ist für die Zähne etwas völlig anderes, obwohl die Menge gleich ist. Das heißt aber nicht, dass viel in Ordnung ist, nur weil es auf einmal gegessen wird.
Auch das übersehen Eltern oft:
- Auch Milch und Saft zählen als „Essen“. Milch oder Fruchtsaft, die zwischen den Mahlzeiten getrunken werden, wirken auf die Zähne wie ein Snack.
- Auch gesunde Snacks bleiben lange haften, wenn sie klebrig sind. Trockenobst wirkt gesund, klebt aber an den Zähnen und bleibt lange dort.
- Snacks zum Trösten erhöhen die Häufigkeit. Gibt es bei jedem Quengeln oder jeder Langeweile einen Keks, steigt die Zahl der Essgelegenheiten schnell.
Legen Sie feste Essenszeiten fest
- Planen Sie drei Mahlzeiten und zwei Snacks am Tag zu festen Zeiten. Wird jeden Tag ungefähr zur gleichen Zeit gegessen, findet Ihr Kind schnell in den Rhythmus.
- Zwischen den festen Zeiten wird nichts gegessen. Sagt Ihr Kind, dass es Hunger hat, erklären Sie ihm, wann die nächste Mahlzeit oder der nächste Snack kommt. Sind die Zeiten gleichbleibend, wird auch weniger gequengelt.
- Zwischen den Mahlzeiten gibt es nur Wasser. Auch Milch gibt es zu den Mahlzeiten. Machen Sie es zur Gewohnheit, dass bei Durst Wasser getrunken wird.
- Wählen Sie weniger süße und weniger klebrige Snacks. Gut sind Snacks zum Kauen wie Obst, Käse oder Gemüse.
- Bonbons, Fruchtgummis und Trockenobst gibt es nur direkt nach einer Mahlzeit. Statt sie als eigenen Snack zu geben, reichen Sie sie direkt nach dem Essen als Nachtisch. So kommt keine zusätzliche saure Phase hinzu.
- Im Sitzen essen und dann ist Schluss. Läuft Ihr Kind mit dem Snack herum oder isst beim Spielen, zieht sich das Essen in die Länge.
Auch weniger Zucker insgesamt ist gut. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, freien Zucker (zugesetzten Zucker und Zucker in Säften) unter 10 % der täglichen Kalorien zu halten, am besten unter 5 %. Feste Zeiten und weniger Menge zusammen sind für die Zähne am besten.
In den ersten Tagen bettelt Ihr Kind vielleicht schon vor der festen Zeit um einen Snack. Halten sich alle in der Familie an dieselben Regeln, gewöhnt es sich schnell daran. Nehmen Sie auch unterwegs lieber eine Wasserflasche mit als eine Tüte Kekse.
Häufige Fragen
Milch ist doch gesund. Darf ich sie nicht zwischendurch geben?
Milch ist ein gutes Lebensmittel, enthält aber Zucker. Wird sie zwischen den Mahlzeiten immer wieder getrunken, wirkt sie auf die Zähne wie ein Snack. Geben Sie Milch zu den Mahlzeiten und zwischendurch Wasser.
Ist Obst in Ordnung?
Ja, Obst ist ein guter Snack. Auch Obst wird aber am besten zur festen Snackzeit gegessen, und dann ist Schluss. Ganzes Obst ist besser als ausgepresster Saft oder Trockenobst.
Muss nach jedem Snack geputzt werden?
Jedes Mal zu putzen, ist schwer. Nach einem Snack reicht es, Wasser trinken zu lassen. Wichtiger ist, dass das Putzen mit Fluorid-Zahnpasta 2-mal täglich nie ausfällt, vor allem vor dem Schlafen.
Soll ich gar keine Bonbons geben?
Ganz zu verhindern ist das schwer. Wenn es welche gibt, dann direkt nach einer Mahlzeit, auf einmal gegessen. Lutschbonbons, an denen lange gelutscht wird, und klebrige Fruchtgummis schränken Sie möglichst ein.
Wann Sie zum Zahnarzt gehen sollten
- Ihr Kind sagt, ein Zahn sei empfindlich, oder hat bei Kaltem Schmerzen
- Nahe am Zahnfleisch ist ein weißer Streifen oder eine kreidig matte Stelle zu sehen
- An einem Zahn sind braune Verfärbungen oder Flecken entstanden
- Es fällt schwer, die Snackgewohnheiten zu ändern, und Sie brauchen einen Plan, der zu Ihrem Kind passt
- Die nächste regelmäßige Kontrolle steht an (lassen Sie sich dabei auch zur Ernährung beraten)
Zur richtigen Zeit erinnert werden
Geben Sie in der App Zahnkalender das Geburtsdatum Ihres Kindes (oder den Geburtstermin) ein, und diese Artikel erreichen Sie als Erinnerung genau dann, wenn sie wichtig sind. Kostenlos, ohne Anmeldung.
Quellen
Die Informationen in diesem Artikel dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine zahnärztliche Behandlung. Sprechen Sie mit einer Zahnärztin oder einem Zahnarzt über die Situation Ihres Kindes.