Beikost ohne Zucker: Ab wann Fruchtsaft und Honig?
Babybrei braucht keinen Zucker, und vor 12 Monaten gibt es weder Saft noch Honig. Wie Sie Süßes langsam einführen, Zutatenlisten lesen und den Mund danach pflegen.
Auf einen Blick
- Babybrei braucht keinen Zucker
- Kein Fruchtsaft vor 12 Monaten
- Kein Honig vor dem ersten Geburtstag (Botulismus-Gefahr)
Mit dem Beikoststart kommt manchmal der Gedanke: „Mein Baby isst so wenig, vielleicht mache ich den Brei ein bisschen süßer?“ Doch die Geschmäcker, die Ihr Baby jetzt kennenlernt, prägen seine späteren Vorlieben und die Gesundheit seiner Zähne. Hier lesen Sie, warum Beikost keinen Zucker braucht und wie Sie Süßes langsam einführen.
Jetzt prägt sich der Geschmack Ihres Babys
Mit dem Beikoststart bilden sich die Geschmacksvorlieben Ihres Babys. Babys mögen von Natur aus Süßes. Gewöhnen sie sich früh an süße Speisen, nehmen sie weniger Süßes manchmal schlechter an. Umgekehrt gilt: Je später Ihr Kind Süßes kennenlernt, desto besser, denn hier beginnt die Kariesvorbeugung.
Babynahrung braucht keinen Zucker. Der Eigengeschmack von Getreide, Gemüse und Obst reicht völlig aus. Dass ein Baby neue Geschmäcker zunächst ablehnt, ist ganz normal. Nach mehrmaligem Probieren gewöhnt es sich oft daran.
Wie Zucker Karies verursacht, ist schnell erklärt: Die Bakterien im Mund verwerten Zucker und bilden daraus Säure, und diese Säure löst die Zahnoberfläche nach und nach an. Je öfter Süßes gegessen wird, desto länger sind die Zähne der Säure ausgesetzt. Die gerade erst durchbrechenden Milchzähne eines Babys haben eine dünne Oberfläche und sind dafür besonders anfällig.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, Zucker, Sirup und Honig, die Speisen zugesetzt werden, sowie den Zucker in Fruchtsäften (zugesetzter bzw. freier Zucker) unter 10 % der täglichen Gesamtenergie zu halten, am besten unter 5 %. Die Amerikanische Akademie für Kinderzahnheilkunde rät, Kindern unter 2 Jahren keinen zugesetzten Zucker zu geben.
So führen Sie Süßes langsam ein
Achten Sie beim Zubereiten und Auswählen von Beikost auf diese Punkte:
- Geben Sie keinen Zucker oder Sirup in Brei, Getreidebrei oder Joghurt. Wählen Sie Naturjoghurt ohne Zuckerzusatz.
- Honig ist vor dem ersten Geburtstag tabu. Der Darm Ihres Babys ist noch unreif, und Botulismus-Bakterien im Honig können eine Erkrankung auslösen.
- Kein Fruchtsaft vor 12 Monaten. Geben Sie Obst statt als Saft lieber zerdrückt oder klein geschnitten.
- Prüfen Sie bei gekaufter Babynahrung und Babysnacks in der Nährwerttabelle den Wert für „Zucker“.
- Wischen oder putzen Sie den Mund auch nach dem Brei. Sind schon Zähne da, putzen Sie mit Fluorid-Zahnpasta in Reiskorngröße.
Lesen Sie neben dem Zuckerwert in der Nährwerttabelle auch die Zutatenliste. Außer Zucker gibt es viele süße Zutaten unter anderem Namen, etwa Fruktose, Glukose, Oligosaccharide, Glukosesirup, Sirup oder Fruchtkonzentrat. Die Zutaten sind nach Menge geordnet. Stehen solche Begriffe weit vorne, ist das Produkt wahrscheinlich recht süß.
Bei Getränken können Sie es einfach halten. Für ein Baby, das mit Beikost beginnt, reichen Muttermilch oder Säuglingsnahrung und Wasser. Lassen Sie es beim Essen aus einem kleinen Becher etwas Wasser probieren, dann üben Sie gleich das Trinken aus dem Becher mit.
Ein paar typische Fehler gibt es auch:
- Den Brei mit Sirup oder süßer Soße abschmecken, damit das Baby besser isst
- Bei jedem Quengeln einen süßen Babykeks in die Hand geben
- Statt Wasser Fruchtsaft oder süße Getränke in die Flasche oder den Becher füllen
Süße Snacks, die oft und in kleinen Mengen gegessen werden, gönnen den Zähnen keine Pause. Braucht Ihr Kind einen Snack, geben Sie ihn zu festen Zeiten, und bei Durst gibt es Wasser.
Häufige Fragen
Obst ist doch auch süß. Darf mein Baby es essen?
Ja, Obst selbst ist ein gutes Lebensmittel. Geben Sie es zerdrückt oder klein geschnitten. Fruchtsaft, bei dem nur der Saft ausgepresst wird, gibt es aber nicht vor 12 Monaten.
Ist auch ein kleines bisschen Honig nicht erlaubt?
Vor dem ersten Geburtstag gibt es keinen Honig, egal wie wenig. Es geht dabei nicht um Karies, sondern um Botulismus-Bakterien. Deshalb ist es am sichersten, auch kleine Mengen zu meiden.
Ist gekaufte Babynahrung in Ordnung?
An stressigen Tagen ist sie eine große Hilfe. Prüfen Sie den Zuckerwert in der Nährwerttabelle und achten Sie auf Wörter wie „Sirup“ oder „Konzentrat“. Wählen Sie möglichst Produkte ohne zugesetzte Süße.
Muss ich auf Süßes achten, auch wenn noch keine Zähne da sind?
Ja. Die Vorlieben, die sich jetzt bilden, prägen die Essgewohnheiten, wenn die Zähne da sind. Ihr Baby nicht schon vor den Zähnen an Süßes zu gewöhnen, gehört ebenfalls zur Kariesvorbeugung.
Wann Sie zum Zahnarzt gehen sollten
- An den Schneidezähnen ist nahe am Zahnfleischrand ein weißer Streifen zu sehen
- Am Zahn ist ein brauner oder schwarzer Fleck entstanden
- Die Zahnoberfläche wirkt kreidig weiß und matt
- Ihr Kind isst oder trinkt oft Süßes und Sie machen sich Sorgen um seine Zähne
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Quellen
Die Informationen in diesem Artikel dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine zahnärztliche Behandlung. Sprechen Sie mit einer Zahnärztin oder einem Zahnarzt über die Situation Ihres Kindes.