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Kariesschutz für Ihr Baby beginnt in Ihrem eigenen Mund

Die Mundgesundheit der Familie beeinflusst das Kariesrisiko Ihres Babys. Wie Kariesbakterien übertragen werden, was vor der Geburt zu tun ist und was am Löffel-Mythos dran ist.

Auf einen Blick

  • Nicht nur die Mutter: Die Mundgesundheit der ganzen Familie zählt
  • Kariesbehandlungen vor der Geburt abschließen
  • Ist ein Zahn da, zählt Fluorid-Zahnpasta am meisten

„Die Kariesbakterien der Mutter gehen auf das Baby über": Nach diesem Satz traut man sich kaum noch, das Baby zu küssen oder einen Löffel zu teilen. Ob das stimmt und wie vorsichtig man sein muss, ist schwer einzuschätzen. Hier lesen Sie Schritt für Schritt, wie Kariesbakterien zum Baby gelangen und welche Vorbeugung noch wichtiger ist.

Woher kommen die Bakterien im Mund des Babys?

Babys kommen ohne Kariesbakterien zur Welt. Innerhalb weniger Monate siedeln sich aber über den Speichel der engsten Bezugspersonen Bakterien im Mund an. Schon bevor die Zähne kommen, setzen sie sich auf Zunge und Zahnfleisch fest.

Diese Bakterien kommen nicht nur von der Mutter. Die ganze Familie, die dem Baby nahe ist, also Vater, Geschwister und Großeltern, spielt eine Rolle. Wichtig ist deshalb nicht nur die Mundgesundheit der Mutter, sondern die der ganzen Familie.

Früher dachte man, Kariesbakterien würden nur in einem bestimmten Zeitfenster übertragen, und es reiche, diese Zeit gut abzuschirmen. Heute geht man davon aus, dass sich Bakterien schon vor dem Zahndurchbruch fortlaufend ansiedeln.

Allein durch die Übertragung entsteht aber noch keine Karies. Mehrere Dinge wirken zusammen:

Deshalb setzen aktuelle Empfehlungen mehr auf die Mundgesundheit der Bezugspersonen, weniger Zucker und Fluorid als darauf, die Übertragung zu verhindern. Die Mundgesundheit der Bezugspersonen kann ein Kind im Guten wie im Schlechten beeinflussen.

Vor der Geburt die Münder der Familie in Form bringen

Die Monate vor der Geburt sind eine gute Zeit für Sie und Ihre Familie, die eigene Mundgesundheit in Ordnung zu bringen. So gehen Sie vor:

  1. Haben Sie unbehandelte Karies, schließen Sie die Behandlung vor der Geburt ab. Je mehr Karies im Mund, desto mehr Kariesbakterien.
  2. Es hilft, wenn sich auch der Vater und andere Familienmitglieder untersuchen lassen.
  3. Die ganze Familie putzt 2-mal täglich mit Fluorid-Zahnpasta und verwendet 1-mal täglich Zahnseide.
  4. Reduzieren Sie häufige süße Getränke und Snacks. Kinder übernehmen die Essgewohnheiten der Familie.
  5. Benutzen Sie nach der Geburt wenn möglich getrennte Löffel und Zahnbürsten.
  6. Kauen Sie Essen nicht für Ihr Baby vor.

Allzu streng müssen Sie dabei nicht sein. Bisher hat keine Studie direkt gezeigt, dass der Verzicht auf gemeinsame Löffel oder Küsse Karies verringert. Tun Sie, was im Alltag machbar ist, und machen Sie sich keine Vorwürfe, wenn nicht alles klappt.

Gemeinsam als Familie fällt die Umstellung viel leichter. Gibt es zu Hause keinen Vorrat an süßen Getränken und trinkt die ganze Familie Wasser, macht Ihr Kind es ganz selbstverständlich nach.

Nach der Geburt ist vor allem wichtig, ab dem ersten Zahn mit Fluorid-Zahnpasta zu putzen. Auch der Verzicht auf gesüßte Speisen und Getränke vor dem zweiten Geburtstag hilft sehr.

Häufige Fragen

Darf ich mein Baby nicht küssen?

Bisher hat keine Studie direkt gezeigt, dass der Verzicht auf Küsse Karies verringert. Statt sich um Zärtlichkeiten zu sorgen, ist es wirksamer, die eigene Karies behandeln zu lassen und ab dem ersten Zahn mit Fluorid-Zahnpasta zu putzen.

Wir haben schon immer einen Löffel geteilt. Ist das schlimm?

Machen Sie sich nicht zu viele Sorgen. Karies entsteht nicht allein durch Bakterien. Wie oft es Süßes gibt, Fluorid und Zähneputzen entscheiden mit. Benutzen Sie ab jetzt getrennte Löffel, soweit es geht, und achten Sie aufs Putzen und auf weniger Süßes.

Sollte sich auch der Vater zahnärztlich behandeln lassen?

Ja, die Mundgesundheit aller Familienmitglieder, die dem Baby nahe sind, spielt eine Rolle. Hat der Vater unbehandelte Karies, ist eine Behandlung vor der Geburt sinnvoll.

Bis zur Geburt ist nicht mehr viel Zeit. Wann sollte ich zum Zahnarzt?

Steht noch eine Behandlung aus, vereinbaren Sie diesen Monat einen Termin. Gegen Ende der Schwangerschaft können lange Behandlungen im Liegen anstrengend sein. Je früher Sie beginnen, desto besser.

Wann Sie zum Zahnarzt sollten

Zur richtigen Zeit erinnert werden

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Quellen

Die Informationen in diesem Artikel dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine zahnärztliche Behandlung. Sprechen Sie mit einer Zahnärztin oder einem Zahnarzt über die Situation Ihres Kindes.

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