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Zahnfleischerkrankung und Frühgeburt: Was wirklich bekannt ist

Schwere Zahnfleischerkrankung und Frühgeburt hängen zusammen, als Ursache ist sie aber nicht belegt. Was das heißt und warum die Behandlung trotzdem wichtig und sicher ist.

Auf einen Blick

  • Zusammenhang mit Frühgeburt, aber Ursache nicht nachgewiesen
  • Zahnreinigung und Zahnfleischbehandlung sind in der Schwangerschaft sicher
  • Zweimal täglich putzen und einmal täglich Zahnseide

„Mit einer Zahnfleischerkrankung kann es zur Frühgeburt kommen": Nach diesem Satz machen sich viele große Sorgen. Schon wenn das Zahnfleisch blutet, fragt man sich, ob das dem Baby schaden könnte. Hier finden Sie getrennt, was bisher bekannt ist, was noch offen ist und was Sie selbst tun können.

Ein Zusammenhang wurde beschrieben, die Ursache ist unklar

Zunächst: Zahnfleischerkrankungen haben verschiedene Schweregrade. Die in der Schwangerschaft häufige Zahnfleischentzündung (Gingivitis) betrifft nur das äußere Zahnfleisch, das anschwillt und blutet. Mit gutem Putzen und Pflege beruhigt sie sich. Hält diese Entzündung lange an und werden Knochen und Gewebe geschädigt, die den Zahn halten, spricht man von Parodontitis. Schreitet sie fort, geht das Zahnfleisch zurück und Zähne können locker werden.

In den Studien geht es vor allem um diese schwere Zahnfleischerkrankung, die Parodontitis. Einige Studien fanden bei Schwangeren mit Parodontitis etwas mehr Frühgeburten und Babys mit niedrigem Geburtsgewicht. Ob die Zahnfleischerkrankung das tatsächlich verursacht, ist aber noch unklar.

Dass zwei Dinge gemeinsam auftreten, heißt nicht, dass das eine das andere auslöst. Dafür kann es viele Gründe geben. Ein Zusammenhang und eine Ursache sind also zwei verschiedene Dinge.

Außerdem gibt es noch nicht genug Belege, dass eine Zahnfleischbehandlung in der Schwangerschaft Frühgeburten verringert. Muss man dann gar nicht behandeln? Doch. Die Zahnfleischbehandlung ist für Ihr eigenes Zahnfleisch und Ihre Zähne eindeutig nötig und auch in der Schwangerschaft sicher. Bleibt eine Zahnfleischerkrankung unbehandelt, wird die Entzündung größer, und Sie können Zähne verlieren.

Kurz gesagt: Eine Zahnfleischerkrankung ist kein Grund, sich wegen einer Frühgeburt zu ängstigen. Lassen Sie sie stattdessen jetzt behandeln und pflegen Sie Ihr Zahnfleisch.

Pflege und Behandlung statt Sorgen

Zu Hause können Sie so vorgehen:

  1. Putzen Sie 2-mal täglich mit einer weichen Zahnbürste sanft am Übergang von Zahn und Zahnfleisch entlang.
  2. Reinigen Sie die Zwischenräume, die die Bürste nicht erreicht, 1-mal täglich mit Zahnseide.
  3. Lassen Sie blutende Stellen nicht aus, sondern putzen Sie dort langsamer. Wer weniger putzt, weil es blutet, verstärkt die Entzündung.
  4. Verwenden Sie Fluorid-Zahnpasta und reduzieren Sie häufige süße Getränke und Snacks.

So können Sie Ihr Zahnfleisch zu Hause im Blick behalten: Schauen Sie beim Putzen im Spiegel auf Ihr Zahnfleisch. Gesundes Zahnfleisch ist fest und blutet nicht leicht. Auch Zahnfleisch mit natürlicher brauner oder dunkler Pigmentierung ist normal. Achten Sie daher weniger auf die Farbe als auf Schwellungen und Blutungen, die anders sind als sonst. Ist es stärker geschwollen als sonst, wirkt ein Zahn länger als früher oder fühlt er sich beim Kauen locker an, sagen Sie es in der Zahnarztpraxis.

In der Zahnarztpraxis:

Häufige Fragen

Mein Zahnfleisch blutet. Ist mein Frühgeburtsrisiko erhöht?

Zahnfleischbluten in der Schwangerschaft ist meist die häufige Schwangerschaftsgingivitis. Der in Studien beschriebene Zusammenhang mit Frühgeburten betrifft vor allem die schwerere Parodontitis. Statt sich zu sorgen, putzen Sie gut und lassen Sie den Zustand bei einer Kontrolle prüfen.

Lässt sich mit einer Zahnfleischbehandlung eine Frühgeburt verhindern?

Es gibt noch nicht genug Belege, dass eine Zahnfleischbehandlung in der Schwangerschaft Frühgeburten verringert. Für Ihre eigene Gesundheit ist sie trotzdem nötig und auch in der Schwangerschaft sicher.

Kann ich nicht nach der Geburt behandeln lassen?

Ist das Baby da, ist es noch schwerer, Zeit für den Zahnarzt zu finden. Ist eine Behandlung nötig, lassen Sie sie lieber in der Schwangerschaft machen, ohne sie aufzuschieben.

Wie erkenne ich, ob ich eine Gingivitis oder eine Parodontitis habe?

Zu Hause lässt sich das kaum sicher unterscheiden. Geht das Zahnfleisch zurück oder wackeln Zähne, kann das auf eine Parodontitis hindeuten. Eine Zahnfleischuntersuchung in der Praxis klärt es. Lassen Sie sie auch in der Schwangerschaft ganz entspannt machen.

Schadet eine Zahnreinigung dem Baby?

Zahnreinigung und Zahnfleischbehandlung sind in der Schwangerschaft sicher. Sagen Sie in der Praxis einfach, in welcher Woche Sie sind.

Wann Sie zum Zahnarzt sollten

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Quellen

Die Informationen in diesem Artikel dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine zahnärztliche Behandlung. Sprechen Sie mit einer Zahnärztin oder einem Zahnarzt über die Situation Ihres Kindes.

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