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Häufiges Erbrechen, Reflux und Zahnerosion: Was Eltern tun können

Häufiges Erbrechen oder Reflux trägt zuerst die Innenseite der oberen Schneidezähne ab. Wie Sie die Zähne schützen und bei Sorge um eine Essstörung Hilfe suchen.

Auf einen Blick

  • Häufiges Erbrechen oder Reflux greift zuerst die oberen Schneidezähne an
  • Nach dem Erbrechen nur spülen. 30 Minuten später putzen
  • Sorge wegen einer Essstörung? Nicht konfrontieren. Unterstützung suchen

Klagt Ihr Kind über empfindliche Schneidezähne, oder wirken die Kanten dünn? Solche Veränderungen können mit häufigem Erbrechen oder Reflux zusammenhängen. Hier lesen Sie in Ruhe, wie es dazu kommt, wie Sie die Zähne schützen und wie Sie Ihrem Kind begegnen können, wenn Sie sich Sorgen um seine seelische Verfassung machen.

Magensäure ist stark genug, um Zähne aufzulösen

Die Magensäure, die im Magen die Nahrung verdaut, ist eine sehr starke Säure. Die Außenschicht der Zähne (der Zahnschmelz) ist zwar das härteste Gewebe des Körpers, wird von starker Säure aber aufgelöst. Kommen Erbrechen oder Reflux nur gelegentlich vor, spült der Speichel die Säure weg und hilft der Zahnoberfläche, sich zu erholen. Wiederholt es sich oft, bleibt keine Zeit zur Erholung, und die Oberfläche wird nach und nach abgetragen. Das nennt man Zahnerosion.

Häufig zeigen sich die Veränderungen zuerst an der Innenseite (Zungenseite) der oberen Schneidezähne. Mögliche Anzeichen:

Diese Veränderungen entstehen langsam und tun oft nicht weh. Deshalb bemerkt sie häufig der Zahnarzt als Erster, nicht das Kind oder die Familie. Die Ursachen sind verschieden. Es kann ein körperliches Problem wie Reflux sein, manchmal hängt es aber auch mit seelischen Schwierigkeiten wie einer Essstörung zusammen. Veränderungen an den Zähnen können so ein Hinweis darauf sein, ob Ihr Kind Unterstützung braucht.

Die Zähne schützen und für Ihr Kind da sein

Nach dem Erbrechen gehen Sie so vor:

  1. Direkt nach dem Erbrechen nicht putzen. Die von der Säure aufgeweichte Oberfläche würde beim Schrubben stärker abgetragen.
  2. Stattdessen den Mund mit Wasser oder einer Natronlösung ausspülen. Das hilft, die Säurereste wegzuspülen und zu neutralisieren.
  3. 30 Minuten später putzen.
  4. Bleiben Sie unbedingt dabei, 2-mal täglich mit Fluorid-Zahnpasta zu putzen. Fluorid hilft, die geschwächte Oberfläche zu härten.
  5. Fragen Sie in der Zahnarztpraxis nach professionellen Fluoridanwendungen.

Hat Ihr Kind oft Sodbrennen oder steigt häufig Saures auf, lassen Sie in der Kinderarztpraxis prüfen, ob ein Reflux vorliegt. Die Ursache zu behandeln, ist der sicherste Weg, die Zähne zu schützen.

Bemerken Sie übermäßige Sorgen um Gewicht und Essen, Gänge zur Toilette direkt nach dem Essen oder heimliches Essen, wird Ihnen schwer ums Herz. Am wichtigsten ist dann, nicht zu konfrontieren. Eine Essstörung ist keine Frage von Willen oder Schuld, sondern ein Zustand, der Hilfe braucht. Es ist eine seelische Not und zugleich eine Krankheit, die körperliche Komplikationen verursachen kann. Deshalb ist frühe Hilfe wichtig. Wird Ihr Kind in die Enge getrieben, versteckt es womöglich noch mehr.

Wird Ihr Kind ohnmächtig, wirkt es extrem schwach, sagt es, sein Herz rase oder klopfe stark, oder wirkt es stark ausgetrocknet, holen Sie sofort ärztliche Hilfe.

Häufige Fragen

Mein Kind hat wegen Magen-Darm-Grippe ein paar Tage erbrochen. Sind die Zähne jetzt geschädigt?

Durch kurzes Erbrechen bei einer vorübergehenden Erkrankung werden die Zähne selten stark abgetragen. Halten Sie sich einfach daran, nach dem Erbrechen mit Wasser zu spülen und nach 30 Minuten zu putzen. Zum Problem wird Erosion, wenn Erbrechen oder Reflux lange und häufig wiederkehren.

Erholen sich abgetragene Zähne wieder?

Abgetragener Zahnschmelz wächst nicht nach. Werden die Ursachen verringert und wird mit Fluorid gepflegt, lässt sich ein Fortschreiten aber bremsen. Bei empfindlichen Zähnen kann die Zahnarztpraxis schützende Maßnahmen ergreifen.

Darf ich in der Zahnarztpraxis über eine Essstörung sprechen?

Ja. Die Zahnärztin oder der Zahnarzt sucht mit Ihnen nach der Ursache der Erosion, schützt die Zähne und kann an passende Hilfe vermitteln. Dort geht es nicht um Schuld, sondern um Unterstützung.

Was, wenn mein Kind nicht zum Zahnarzt will?

Knüpfen Sie an die Beschwerden an, etwa: „Du hast gesagt, die Zähne ziehen, lass uns das anschauen lassen." Das ist weniger belastend. Statt Ihr Kind zu drängen, legen Sie gemeinsam einen Zeitpunkt fest, den es annehmen kann.

Wann zum Zahnarzt

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Quellen

Die Informationen in diesem Artikel dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine zahnärztliche Behandlung. Sprechen Sie mit einer Zahnärztin oder einem Zahnarzt über die Situation Ihres Kindes.

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