Rauchen, E-Zigaretten und Nikotinbeutel: Was im Mund passiert
Auch E-Zigaretten und Nikotinbeutel sind Tabak. Was Nikotin mit Gehirn und Zahnfleisch macht, wie Sie ohne Vorwürfe ins Gespräch kommen und welche Zeichen zum Zahnarzt gehören.
Auf einen Blick
- E-Zigaretten und Nikotinbeutel sind auch Tabakprodukte
- Beginnen Sie damit, nach der Meinung zu fragen, nicht mit Belehrungen
- Ein weißer oder roter Fleck, der nicht abheilt, gehört zum Zahnarzt
Finden Sie in der Tasche Ihres Kindes ein unbekanntes Gerät oder hören Sie, dass im Freundeskreis E-Zigaretten herumgehen, erschrecken viele Eltern. Soll man streng schimpfen oder lieber so tun, als hätte man nichts bemerkt? Hier lesen Sie, was E-Zigaretten und Nikotinbeutel im Mund und im Körper bewirken und wie Sie ein Gespräch mit Ihrem Kind beginnen können.
Die größte Falle ist der Gedanke „weniger schädlich"
In der Jugend kommen viele zum ersten Mal mit Tabak in Berührung. Gerade E-Zigaretten und Nikotinbeutel (kleine Beutel, die zwischen Zahnfleisch und Lippe gelegt werden) machen keinen Rauch und riechen nach Obst oder Minze. Deshalb gelten sie leicht als weniger schädlich. Doch auch sie sind Tabakprodukte und enthalten meist Nikotin. Für Kinder und Jugendliche gibt es kein sicheres Tabakprodukt.
Nikotin macht stark abhängig. Auch ein süßes Aroma ändert nichts daran. Außerdem kann Nikotin dem noch wachsenden Gehirn schaden, besonders den Bereichen für Konzentration, Lernen, Stimmung und Impulskontrolle. Manche inhalieren mit E-Zigaretten auch andere Substanzen als Nikotin.
Im Mund kann es zu folgenden Veränderungen kommen:
- Zahnfleischerkrankungen: Das Zahnfleisch schwillt an, blutet oder ist dauerhaft entzündet.
- Mundtrockenheit: Mit weniger Speichel wird der Mund schlechter gereinigt, was Karies und Mundgeruch begünstigt.
- Verfärbungen: Auf Zähnen und Zunge entstehen gelbliche Flecken.
- Zahnfleischrückgang: Liegt ein Nikotinbeutel immer an derselben Stelle, wird das Zahnfleisch dort gereizt und kann zurückgehen.
Tabak ist außerdem eine Hauptursache für Mundkrebs. Das zeigt sich nicht sofort. Bedenken Sie aber: Wer früh anfängt, ist umso länger belastet.
Erst fragen, weniger belehren
Bei Belehrungen machen Jugendliche schnell zu. Ziel des Gesprächs ist nicht, „zu gewinnen", sondern Ihrem Kind die Informationen zu geben, mit denen es selbst entscheiden kann.
- Wählen Sie einen entspannten Moment, in dem man sich nicht gegenübersitzen muss, etwa im Auto oder beim Spazierengehen.
- Fragen Sie zuerst nach der Meinung Ihres Kindes, etwa: „Was halten deine Freunde eigentlich von E-Zigaretten?" Hören Sie bis zum Ende zu und widersprechen Sie nicht sofort.
- Vermitteln Sie die Fakten kurz und klar: „Auch mit Aroma macht Nikotin süchtig. Und es hinterlässt Spuren an Zahnfleisch und Zähnen."
- Wollen Sie nicht alles in einem Gespräch klären. Kurze Anknüpfungen, wenn Nachrichten oder Werbung das Thema aufbringen, wirken länger.
- Rauchen Sie selbst, ist der Vorschlag gemeinsam aufzuhören die stärkste Botschaft.
Hilfreich ist auch, dass zu Hause Zigarettenrauch und E-Zigaretten nicht ständig sichtbar sind. Wie sich die Erwachsenen im Umfeld verhalten, wirkt stärker, als man denkt.
Ein häufiger Fehler ist, gleich zu Beginn Beweise auf den Tisch zu legen und das Kind in die Enge zu treiben. Dann lernt es vor allem, Dinge zu verstecken. Erfahren Sie, dass Ihr Kind schon angefangen hat, stellen Sie die Enttäuschung kurz zurück und fragen Sie: „Würdest du gern aufhören?" Viele rauchende Jugendliche möchten eigentlich aufhören.
Häufige Fragen
Die E-Zigarette soll nikotinfrei sein. Ist das in Ordnung?
In manchen Produkten, die als nikotinfrei gekennzeichnet sind, wurde Nikotin gefunden. Und auch ohne Nikotin ist eine E-Zigarette für Jugendliche nicht sicher. Gehen Sie davon aus, dass es für Jugendliche kein sicheres Tabakprodukt gibt, und sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, es nicht zu benutzen.
Nikotinbeutel machen keinen Rauch. Schaden sie nicht nur ein bisschen im Mund?
Das Nikotin wird über die Mundschleimhaut aufgenommen und kann genauso abhängig machen. An der Stelle, wo der Beutel liegt, kann das Zahnfleisch außerdem gereizt werden und zurückgehen.
Darf man in der Zahnarztpraxis über Rauchen sprechen?
Ja, auch Zahnärzte können beim Aufhören helfen. Fällt es Ihrem Kind schwer, vor Ihnen darüber zu reden, kann ein Gespräch unter vier Augen mit der Zahnärztin oder dem Zahnarzt beim Termin helfen.
Und wenn mein Kind sagt: „Du rauchst doch auch"?
Geben Sie es ehrlich zu und sagen Sie: „Deshalb weiß ich, wie schwer Aufhören ist." Wenn Sie gemeinsam einen Versuch starten, überzeugt das mehr als jedes Wort.
Wann zum Zahnarzt
- Im Mund entsteht ein weißer oder roter Fleck, der nicht abheilt
- Das Zahnfleisch schwillt oft an oder blutet beim Putzen
- Das Zahnfleisch an der Stelle, wo der Beutel lag, ist zurückgegangen und der Zahn wirkt länger
- Der Mund ist oft trocken oder die gelblichen Flecken auf den Zähnen nehmen zu
- Ihr Kind möchte aufhören und braucht Unterstützung
Zur richtigen Zeit erinnert werden
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Quellen
Die Informationen in diesem Artikel dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine zahnärztliche Behandlung. Sprechen Sie mit einer Zahnärztin oder einem Zahnarzt über die Situation Ihres Kindes.