Nach dem Sport lieber Wasser: Sport- und Energydrinks und Zahnerosion
Sport- und Energydrinks enthalten viel Säure und Zucker. Warum nach normalem Training Wasser reicht, wie man sie, wenn überhaupt, trinkt und woran man Erosion erkennt.
Auf einen Blick
- Während und nach dem Sport reicht Wasser
- Sport- und Energydrinks sind sauer und voller Zucker
- Wenn doch, mit Wasser spülen und etwa 1 Stunde warten, dann putzen
Nach dem Vereinstraining greifen viele Jugendliche aus Gewohnheit zum Sportgetränk. In der Prüfungszeit kommen bei manchen Energydrinks dazu. Hier lesen Sie, was solche Getränke mit den Zähnen machen und was sportliche Jugendliche stattdessen trinken können, zum gemeinsamen Lesen für Eltern und Kinder.
Warum Sportgetränke die Zähne angreifen
Die Außenschicht der Zähne (der Zahnschmelz) ist das härteste Gewebe des Körpers, gegen Säure aber empfindlich. Trifft ein saures Getränk auf den Zahn, weicht die Oberfläche etwas auf. Passiert das oft, löst sie sich nach und nach auf und wird dünner. Das nennt man Zahnerosion. Karies entsteht durch Säure, die Bakterien aus Zucker bilden. Sport- und Energydrinks sind stark sauer und enthalten viel Zucker, sie können also Erosion und Karies zugleich fördern.
Besonders schädlich ist die Art, wie getrunken wird. Wer während des ganzen Trainings die Flasche dabeihat und immer wieder daran nippt, lässt die Zähne ohne Pause in Säure baden. Speichel spült normalerweise die Säure im Mund weg und hilft der Zahnoberfläche, sich zu erholen. Bei ständigem Trinken bleibt dafür keine Zeit. Dazu kommt, dass man beim Sport durch den Mund atmet und der Mund leicht austrocknet. Deshalb ist es gut, beim Sport ausreichend Wasser zu trinken.
Erosion schreitet langsam voran und ist anfangs kaum zu spüren. Häufige frühe Zeichen sind Zähne, die bei kaltem Wasser ziehen, oder Schneidezahnkanten, die glasig durchscheinen. Wer solche Veränderungen bemerkt und seine Gewohnheiten ändert, kann helfen, ein Fortschreiten zu verhindern.
Braucht man beim Sport also unbedingt solche Getränke? Für die meisten Sportarten reicht Wasser zum Trinken. Auch die mit dem Schweiß verlorenen Elektrolyte ersetzen normale Mahlzeiten völlig ausreichend, sofern das Training nicht lang und intensiv ist. Energydrinks sind besonders sauer und enthalten viel Koffein. Für Jugendliche werden sie nicht empfohlen.
Mit der Wasserflasche anfangen
Statt Getränke einfach zu verbieten, erklären Sie die Gründe, damit Ihr Kind selbst entscheiden kann, und ändern Sie zuerst einfache Gewohnheiten.
- Packen Sie standardmäßig eine Wasserflasche in die Sporttasche. Mit Wasserflasche gibt es weniger Gründe für den Abstecher zum Kiosk.
- Während und nach dem Sport wird Wasser getrunken. Die Flasche in Reichweite haben, damit man bei Durst gleich trinken kann.
- Bei langer, intensiver Belastung oder Sport in der Hitze geht es zuerst darum, Flüssigkeit und Elektrolyte nach Bedarf in kleinen Mengen zu ersetzen. Außerhalb des Sports sollte das Nippen an Sportgetränken aber nicht zur Gewohnheit werden.
- Danach Wasser trinken oder den Mund mit Wasser ausspülen.
- Nicht gleich putzen, sondern etwa 1 Stunde warten und in der Zwischenzeit mit Wasser spülen. Wird die von der Säure aufgeweichte Oberfläche sofort geschrubbt, kann sie stärker abgetragen werden. Der Speichel bekommt so Zeit, die Oberfläche zu erholen.
- 2-mal täglich mit Fluorid-Zahnpasta zu putzen, bleibt wie gewohnt.
Ein häufiger Fehler ist, Sportgetränke kistenweise in den Kühlschrank zu stellen, weil sie „nach dem Sport gut für den Körper" seien. Damit Ihr Kind sieht, dass Wasser die Regel und alles andere die Ausnahme ist, sollte Wasser auch zu Hause immer leicht greifbar sein.
Statt Angst zu machen, verknüpfen Sie das Gespräch lieber mit der sportlichen Leistung. Kurz und knapp, etwa: „Dein Körper braucht Wasser. Auf die Zähne zu achten, gehört auch zum Training." Vielleicht ist Ihr Kind enttäuscht, weil alle Freunde solche Getränke trinken. Dann hilft es, gemeinsam Tage festzulegen, an denen es erlaubt ist, und die Regeln zu vereinbaren: außerhalb des Sports nicht nippen und danach mit Wasser spülen.
Häufige Fragen
Ist ein mit Wasser verdünntes Sportgetränk in Ordnung?
Auch verdünnt bleiben Säure und Zucker, und man nippt eher noch länger daran. Für das normale Training ist Wasser die einfachste und sicherste Wahl.
Ist ein zuckerfreies Getränk in Ordnung?
Mit weniger Zucker sinkt das Kariesrisiko. Ist es aber sauer, greift es die Zähne trotzdem an. Wichtiger als die Getränkesorte ist die Gewohnheit, grundsätzlich Wasser zu trinken.
Und bei Wettkämpfen oder Trainings über mehrere Stunden?
Bei langer, intensiver Belastung oder Sport in der Hitze geht es zuerst darum, Flüssigkeit und Elektrolyte nach Bedarf in kleinen Mengen zu ersetzen. Nach dem Sport nicht aus Gewohnheit weiter nippen, und danach mit Wasser spülen.
Ist es nicht besser, gleich nach dem Trinken zu putzen?
Direkt nach einem sauren Getränk ist die Oberfläche aufgeweicht. Zuerst mit Wasser spülen und erst nach etwa 1 Stunde putzen.
Lässt sich Erosion rückgängig machen?
Aufgelöster Zahnschmelz wächst nicht nach. Deshalb ist es wichtig, bei frühen Zeichen die Gewohnheiten zu ändern und in der Zahnarztpraxis nachsehen zu lassen.
Wann zum Zahnarzt
- Die Zähne ziehen oft bei kaltem Wasser oder Süßem
- Die Kanten der Schneidezähne scheinen durch
- Die Zahnoberfläche wirkt auffällig glatt abgeschliffen
- Ihr Kind hat fast täglich Sport- oder Energydrinks getrunken
- Ein Zahn schmerzt oder es sind braune oder schwarze Punkte zu sehen
Zur richtigen Zeit erinnert werden
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Quellen
- ADA · Dietary Acids and Your Teeth (MouthHealthy) (2024)
Die Informationen in diesem Artikel dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine zahnärztliche Behandlung. Sprechen Sie mit einer Zahnärztin oder einem Zahnarzt über die Situation Ihres Kindes.