Versiegelung von Milchbackenzähnen: Braucht mein Kind das?
Versiegelung und Fluoridlack an Milchbackenzähnen richten sich nach dem Kariesrisiko. Was eine Versiegelung ist, wie das Risiko eingeschätzt wird und was Sie tun.
Auf einen Blick
- Versiegelung von Milchbackenzähnen ist für Kinder mit hohem Kariesrisiko
- Hohes Risiko? Nach Fluoridlack alle 3 bis 6 Monate fragen
- Ohne Betäubung, ohne Bohren: wird einfach aufgepinselt
Fragt die Zahnarztpraxis bei der Kontrolle: „Sollen wir die Milchbackenzähne versiegeln?“, kommen Sie vielleicht ins Grübeln. Muss das bei Zähnen sein, die sowieso ausfallen? Tut es weh? Und warum wird es bei Ihrem Kind vorgeschlagen, wenn andere Kinder es nicht bekommen haben? Hier lesen Sie, nach welchen Kriterien über Versiegelung und Fluoridlack entschieden wird.
Was eine Versiegelung ist und wer sie bekommt
Auf der Kaufläche der Backenzähne gibt es tiefe, schmale Rillen. Dort kommen die Borsten der Zahnbürste kaum bis zum Grund, und Essensreste und Bakterien setzen sich leicht fest. Bei der Fissurenversiegelung werden diese Rillen mit einer dünnen Kunststoffschicht ausgefüllt, damit sich dort nichts mehr festsetzt. Sie ist eine vorbeugende Behandlung.
Gut belegt ist die Wirkung der Versiegelung bei bleibenden Backenzähnen. Auch Milchbackenzähne können versiegelt werden, aber nicht bei jedem Kind gleich, sondern wenn das Kariesrisiko hoch ist. Auch beim Fluoridlack wird der Abstand je nach Kariesrisiko des Kindes festgelegt.
Das Kariesrisiko hängt nicht an einem einzelnen Punkt. In der Praxis wird mehreres zusammen angeschaut:
- Ob Ihr Kind schon Karies hatte und ob es gerade beginnende Karies wie weiße Flecken gibt
- Wie oft es Snacks und süße Getränke gibt
- Ob Fluorid-Zahnpasta verwendet wird und ob Sie vor dem Schlafen nachputzen
- Ob Ihr Kind bisher regelmäßig zur Kontrolle gegangen ist
„Milchzähne fallen ja aus, also ist das egal“ ist ein verbreiteter Irrtum. Milchbackenzähne werden bis 10–12 Jahre gebraucht. Entsteht in dieser Zeit Karies, kann Ihr Kind recht lange Beschwerden haben. Milchzähne haben eine dünne Oberfläche, und Karies breitet sich bei ihnen schnell aus. Vor Schmerzen kauen Kinder dann womöglich nur auf einer Seite oder essen schlecht.
In diesem Alter bereitet sich außerdem hinter dem letzten Milchbackenzahn der erste bleibende Backenzahn auf den Durchbruch vor. Deshalb werden bei der Kontrolle der Zustand der Milchbackenzähne und der Platz im Mund gemeinsam angeschaut. Wer die Milchbackenzähne jetzt gut schützt, schafft auch für den bald kommenden bleibenden Backenzahn gute Bedingungen.
Vor und nach der Kontrolle: Darauf achten Sie
- Lassen Sie bei der regelmäßigen Kontrolle das Kariesrisiko Ihres Kindes einschätzen. Erzählen Sie ehrlich von den Snack- und Putzgewohnheiten. Das hilft bei der Einschätzung.
- Ist das Risiko hoch, besprechen Sie eine Versiegelung der Milchbackenzähne und Fluoridlack alle 3–6 Monate.
- Ist das Risiko niedrig, reichen womöglich Putzen mit Fluorid-Zahnpasta zweimal täglich und feste Snackzeiten. Ab 3 Jahren nehmen Sie eine erbsengroße Menge Zahnpasta. Snacks und süße Getränke gibt es nur zu festen Zeiten, dazwischen Wasser.
- Ist schon versiegelt, lassen Sie bei jeder Kontrolle prüfen, ob die Versiegelung noch hält.
Für eine Versiegelung braucht es weder Betäubung noch Bohren. Der Zahn wird gereinigt und die Schicht aufgetragen. Ihr Kind muss also kaum etwas befürchten. Sagen Sie vor dem Termin kurz und locker: „Deine Zähne bekommen eine dünne Schutzschicht.“
Ein häufiger Fehler ist, nach der Versiegelung beim Putzen nachlässiger zu werden. Die Versiegelung schützt nur die Rillen der Kaufläche. Die Seitenflächen und die Zwischenräume der Backenzähne bleiben ungeschützt, deshalb geht es mit Zähneputzen und Zahnseide genauso weiter wie bisher.
Häufige Fragen
Bekommt mein Kind nach der Versiegelung keine Karies mehr?
Sie hilft, Karies in den Rillen der Kaufläche zu verhindern, schützt aber nicht vor Karies an den Seitenflächen oder zwischen den Backenzähnen. Zähneputzen und der Umgang mit Snacks bleiben weiter wichtig.
Kann sich eine Versiegelung lösen?
Durch die Kaukraft kann sich ein Teil lösen. Deshalb wird sie bei jeder Kontrolle geprüft und bei Bedarf in der Praxis erneuert.
Was ist Fluoridlack?
Dabei wird Fluorid auf die Zahnoberfläche aufgetragen, um sie widerstandsfähiger zu machen. Er ist eine vorbeugende Maßnahme. Bei hohem Kariesrisiko besprechen Sie eine Anwendung alle 3–6 Monate.
Werden auch die bald kommenden bleibenden Backenzähne versiegelt?
Ja, bei bleibenden Backenzähnen ist die Wirkung der Versiegelung gut belegt. Der erste bleibende Backenzahn kommt um den 6. Geburtstag und wird versiegelt, wenn er ganz durchgebrochen ist, denn die ganze Kaufläche muss sichtbar sein, damit sie während der Behandlung trocken gehalten werden kann. Bei hohem Kariesrisiko kann die Zahnarztpraxis schon vor dem vollständigen Durchbruch einen anderen, vorübergehenden Schutz verwenden (etwa eine Glasionomer-Versiegelung). Sprechen Sie deshalb mit der Praxis, sobald Sie einen neuen Backenzahn sehen.
Wird keine Versiegelung vorgeschlagen, ist bei meinem Kind dann alles gut?
Dann wurde das Kariesrisiko als niedrig eingeschätzt, und Sie können beruhigt sein. Das Risiko kann sich aber mit den Gewohnheiten ändern, deshalb wird es bei jeder Kontrolle neu angeschaut.
Wann Sie zum Zahnarzt gehen sollten
- Die Rillen eines Backenzahns sehen dunkel aus
- An den Backenzähnen bleibt oft Essen hängen
- Ihr Kind hat beim Kauen Schmerzen oder kaut nur auf einer Seite
- Eine Versiegelung scheint sich gelöst zu haben oder die Oberfläche fühlt sich rau an
- Nahe am Zahnfleisch sind kreidig-weiße Flecken zu sehen
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Quellen
- MOHW_KR · 영유아 건강검진(구강검진) 안내 (2024)
- AAPD · Use of Pit-and-Fissure Sealants (2016)
Die Informationen in diesem Artikel dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine zahnärztliche Behandlung. Sprechen Sie mit einer Zahnärztin oder einem Zahnarzt über die Situation Ihres Kindes.