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6-Jahr-Molaren ganz da? Fissurenversiegelung: Zeitpunkt und Pflege

Sind die 6-Jahr-Molaren ganz durchgebrochen, lohnt sich eine Fissurenversiegelung. Warum sie wirkt, wann sie gemacht wird, wie Sie danach pflegen und häufige Irrtümer.

Auf einen Blick

  • Prüfen lassen, ob alle vier ersten Backenzähne ganz da sind
  • Jeden Backenzahn versiegeln, sobald er ganz da ist
  • Versiegelung ist kein Freifahrtschein fürs Nichtputzen

Ist der erste bleibende Backenzahn (6-Jahr-Molar) da, steht als Nächstes die Versiegelung an. Vielleicht hat die Zahnarztpraxis sie schon empfohlen, aber was genau ist das, wann wird sie gemacht und was ändert sich danach? Hier finden Sie, was Eltern über die Versiegelung der bleibenden Backenzähne wissen sollten.

Warum bleibende Backenzähne versiegelt werden

Die Kaufläche eines bleibenden Backenzahns hat Rillen wie Berge und Täler. Diese Rillen sind schmaler und tiefer als eine Zahnbürstenborste. Selbst bei gründlichem Putzen kommt man nicht bis auf den Grund. Deshalb beginnt Karies an Backenzähnen häufig genau dort.

Bei der Fissurenversiegelung werden diese Rillen mit einem dünnen Kunststoff abgedeckt, sodass Essensreste und Bakterien nicht hineingelangen. Die American Dental Association und die American Academy of Pediatric Dentistry empfehlen sie, und sie verringert Karies auf den Kauflächen nachweislich deutlich. Sie ist einer der wirksamsten Wege, Karies an Backenzähnen vorzubeugen.

Gerade frisch durchgebrochene Backenzähne profitieren davon. Der 6-Jahr-Molar ist ein Zahn fürs Leben, sitzt aber ganz hinten, wo Kinder allein am schlechtesten putzen können. Ist dort einmal Karies entstanden, muss oft immer wieder behandelt werden. Besser ist es, die Rillen zu verschließen, bevor Karies entsteht.

Der richtige Zeitpunkt ist, wenn der Backenzahn ganz durchgebrochen ist. Die ganze Kaufläche muss sichtbar sein, damit sie während der Behandlung trocken gehalten werden kann. Bedeckt das Zahnfleisch noch einen Teil der Kaufläche, lassen sich nicht alle Rillen versiegeln. Bei hohem Kariesrisiko kann die Zahnarztpraxis schon vor dem vollständigen Durchbruch einen anderen, vorübergehenden Schutz verwenden (etwa eine Glasionomer-Versiegelung). Sprechen Sie deshalb mit der Praxis, sobald Sie einen neuen Backenzahn sehen. Oft kommen nicht alle vier gleichzeitig. Lassen Sie einfach jeden Backenzahn versiegeln, sobald er da ist. Kommen die Backenzähne spät, wartet die Versiegelung eben so lange. Bricht später dahinter der zweite bleibende Backenzahn durch, kann auch er auf dieselbe Weise versiegelt werden.

So läuft es ab, so pflegen Sie danach

  1. Lassen Sie in der Zahnarztpraxis bestätigen, ob alle vier ersten bleibenden Backenzähne ganz durchgebrochen sind.
  2. Lassen Sie jeden Backenzahn versiegeln, sobald er ganz da ist. Es ist ein kurzer Eingriff ohne Betäubung: Der Zahn wird gereinigt und die Versiegelung aufgepinselt. Die meisten Kinder kommen gut damit zurecht.
  3. Erklären Sie es vorher kurz und entspannt, etwa: „Der Backenzahn bekommt einen dünnen Schutzanstrich."
  4. Fühlt sich der Biss direkt danach etwas zu hoch an, gewöhnt sich Ihr Kind meist innerhalb weniger Tage daran. Bleibt es unangenehm, kann die Zahnärztin oder der Zahnarzt nachglätten.
  5. Lassen Sie die Versiegelungen bei jeder Kontrolle auf Verlust prüfen und bei Bedarf erneuern.

Der häufigste Irrtum lautet: „Versiegelt, also keine Kariessorgen mehr." Die Versiegelung schützt nur die Rillen der Kaufläche. Seitenflächen und Zwischenräume deckt sie nicht ab. Zähneputzen und Zahnseide bleiben also genauso wichtig wie vorher, und von der Fluorid-Zahnpasta nehmen Sie eine erbsengroße Menge. Bleiben Sie auch dabei, Snacks und süße Getränke nur zu festen Zeiten zu geben.

Ein zweiter Irrtum: „Noch keine Karies, das hat Zeit." Die Versiegelung ist eine Vorsorge für gesunde Backenzähne ohne Karies. Der beste Zeitpunkt ist also, bevor Karies entsteht. Sie kann auch auf eine sehr frühe Karies der Kaufläche gesetzt werden, die noch kein Loch gebildet hat, um ihr Fortschreiten zu bremsen.

Häufige Fragen

Bekommt mein Kind nach der Versiegelung gar keine Karies mehr?

Karies auf den Kauflächen wird deutlich seltener, an Seitenflächen und in Zwischenräumen schützt die Versiegelung aber nicht. Putzen, Zahnseide und ein bewusster Umgang mit Snacks bleiben nötig.

Was, wenn die Versiegelung abgeht?

Durch die Kaukraft kann ein Teil abbrechen. Das wird bei jeder Kontrolle geprüft und bei Bedarf einfach erneuert.

Tut die Versiegelung weh?

Der Zahn wird ohne Betäubung gereinigt und bestrichen, das tut meist nicht weh. Am anstrengendsten ist für Kinder, eine Weile den Mund offen zu halten. Lassen Sie Ihr Kind dabei im Kopf ein Lieblingslied mitsingen, oder verabreden Sie vorher, was Sie danach gemeinsam machen. Das hilft beim Durchhalten.

Sollten auch Milchbackenzähne versiegelt werden?

Ob auch Milchbackenzähne versiegelt werden, entscheidet die Zahnarztpraxis je nach Kariesrisiko Ihres Kindes. Bei bleibenden Backenzähnen ist die Wirkung gut belegt. Lassen Sie sie deshalb ohne Aufschub versiegeln, sobald sie ganz da sind.

Die Rillen sind schon braun. Hilft da eine Versiegelung?

Handelt es sich um beginnende Karies ohne Loch, kann eine Versiegelung helfen, sie zu stoppen. Es kann aber auch sein, dass der Zahn statt einer Versiegelung eine andere Behandlung braucht. Warten Sie nicht bis zur nächsten Kontrolle, sondern lassen Sie es gleich prüfen.

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Quellen

Die Informationen in diesem Artikel dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine zahnärztliche Behandlung. Sprechen Sie mit einer Zahnärztin oder einem Zahnarzt über die Situation Ihres Kindes.

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