Weiße Knötchen und Beläge im Mund von Neugeborenen: Epstein-Perlen oder Mundsoor?
Weiße Knötchen an Gaumen oder Zahnfleisch von Neugeborenen verschwinden meist von selbst. So unterscheiden Sie sie von Mundsoor, der sich kaum abwischen lässt.
Auf einen Blick
- Weiße Knötchen sind kleine Zysten, die von selbst verschwinden
- Nicht ausdrücken oder aufstechen. Einfach in Ruhe lassen
- Ein weißer Belag, der sich nicht abwischen lässt, kann Mundsoor sein
Wenn Sie im Mund Ihres Babys weiße Pünktchen oder einen weißen Belag entdecken, erschrecken Sie vielleicht. Kommt da ein Zahn, oder ist das eine Krankheit? Hier lesen Sie, wie Sie die häufigen weißen Knötchen im Mund von Neugeborenen von einem Belag unterscheiden, der ärztlich angesehen werden sollte.
Kleine weiße Knötchen sind ganz häufig
Viele Neugeborene haben in der Mitte des Gaumens oder auf dem Zahnfleisch winzige, körnchenartige weiße Knötchen. Es ist Gewebe, das bei der Bildung des Mundes übrig geblieben ist und ein kleines Bläschen gebildet hat. Solche Bläschen nennt man Zysten.
Je nachdem, wo sie sitzen, haben sie unterschiedliche Namen:
- Epstein-Perlen: entlang der Mittellinie des Gaumens.
- Bohn-Knötchen: weiter hinten am Gaumen oder innen und außen am Zahnfleisch.
- Zahnleistenzysten: oben auf dem Kieferkamm.
Trotz der verschiedenen Namen tun Sie in allen Fällen dasselbe. Keine davon tut weh oder muss behandelt werden. Meist platzen sie oder verschwinden von selbst innerhalb einiger Wochen bis Monate nach der Geburt. Sitzen sie oben auf dem Kieferkamm, sieht es manchmal aus, als käme ein Zahn. Es ist aber kein Zahn.
Leicht zu verwechseln ist noch etwas anderes: ein weißer Belag auf der Zunge oder der Wangeninnenseite. Meist sind das Milchreste nach dem Trinken. Manchmal steckt aber Mundsoor dahinter, also eine Vermehrung eines bestimmten Pilzes im Mund. Mundsoor sieht aus wie ein weißer, hüttenkäseartiger Belag und lässt sich typischerweise kaum abwischen.
Knötchen in Ruhe lassen, Belag vorsichtig prüfen
Wenn Sie weiße Knötchen entdecken
- Nicht ausdrücken, abkratzen oder aufstechen, sondern einfach in Ruhe lassen. Sonst entsteht eine Wunde, die erst recht wehtun kann.
- Machen Sie ein Foto und vergleichen Sie im Abstand von einigen Tagen, ob sich die Größe verändert.
- Wischen Sie das Zahnfleisch nach dem Trinken wie gewohnt sanft mit feuchter Gaze ab.
Wenn Sie einen weißen Belag sehen
- Wickeln Sie saubere, mit Wasser befeuchtete Gaze um den Finger und wischen Sie vorsichtig darüber.
- Lässt er sich leicht entfernen, sind es höchstwahrscheinlich Milchreste.
- Lässt er sich kaum abwischen oder ist die Stelle danach gerötet oder blutet, denken Sie an Mundsoor. Reiben Sie dann nicht weiter, sondern hören Sie auf.
- Achten Sie darauf, ob Ihr Baby schlechter trinkt oder einen hartnäckigen Windelausschlag hat. Beides kann zusammen mit Mundsoor auftreten.
Bei Verdacht auf Mundsoor können Sie auch zu Hause etwas tun. Waschen und sterilisieren Sie Flaschensauger und Schnuller nach jedem Gebrauch. Wenn Sie stillen, achten Sie auch auf wunde oder rissige Brustwarzen. Mutter und Baby können sich gegenseitig anstecken, deshalb werden beide oft gemeinsam behandelt.
Ein häufiger Fehler ist, zuerst ein Mittel aus der Apotheke aufzutragen. Welche Mittel gegen Mundsoor infrage kommen, hängt vom Alter Ihres Babys ab. Verwenden Sie keine Apothekenprodukte auf eigene Faust, sondern lassen Sie es in der Kinderarztpraxis abklären.
Häufige Fragen
Sind die weißen Knötchen ein Zeichen, dass ein Zahn kommt?
Nein. Es ist Gewebe aus der Zeit, in der sich der Mund gebildet hat, und es hat mit Zähnen nichts zu tun. Meist verschwinden die Knötchen innerhalb einiger Wochen bis Monate nach der Geburt von selbst.
Die Knötchen sind seit Wochen unverändert. Ist das in Ordnung?
Wann sie verschwinden, ist von Baby zu Baby verschieden und kann auch einige Monate dauern. Tun sie nicht weh und bleiben sie gleich groß, können Sie einfach abwarten. Werden sie größer, lassen Sie sie ansehen.
Die Zunge ist weiß, und ich weiß nicht, ob es Milch oder Mundsoor ist.
Wischen Sie vorsichtig mit sauberer, feuchter Gaze darüber. Lässt es sich leicht entfernen, ist es höchstwahrscheinlich Milch. Geht es kaum ab oder ist die Stelle danach gerötet, kann es Mundsoor sein. Im Zweifel bringt ein Besuch in der Kinderarztpraxis am sichersten Klarheit.
Muss bei Mundsoor auch die Mutter behandelt werden?
Wenn Sie stillen, werden Mutter und Baby oft gemeinsam behandelt. Sind Ihre Brustwarzen wund oder rissig, erwähnen Sie das beim Arzttermin.
Wann Sie zum Kinderarzt oder Zahnarzt gehen sollten
- Sie vermuten Mundsoor und Ihr Baby ist jünger als 4 Monate
- Zum weißen Belag kommt Trinkverweigerung, oder nach 1 Woche gibt es keine Besserung
- Zum weißen Belag kommt ein hartnäckiger Windelausschlag
- Die weißen Knötchen werden immer größer
- Eine Schwellung am Zahnfleisch behindert das Trinken
- Ihr Baby ist schon mit einem Zahn geboren
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Quellen
- AAPD · Perinatal and Infant Oral Health Care (2025)
- StatPearls · Palatal and Gingival Cysts of the Newborn (2025)
- NHS · Oral thrush (adults and babies) (2026)
Die Informationen in diesem Artikel dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine zahnärztliche Behandlung. Sprechen Sie mit einer Zahnärztin oder einem Zahnarzt über die Situation Ihres Kindes.