Mundschutz beim Sport: Die Arten im Vergleich, die richtige Wahl und die Pflege
Bei Fußball, Taekwondo oder Radfahren schützt ein Mundschutz die Schneidezähne. Warum ein angepasster am besten ist, warum er auch ins Training gehört und wie Sie ihn pflegen.
Auf einen Blick
- Zusammenstöße oder Stürze möglich? Mundschutz tragen
- Ein individuell angepasster Mundschutz vom Zahnarzt sitzt am besten
- Auch beim Training tragen, nicht nur bei Spielen
Kommt Ihr Kind in den Fußballverein oder beginnt mit Taekwondo, schwingt oft die Sorge mit, es könnte sich verletzen. Dass beim Sport ein Schlag ins Gesicht einen Schneidezahn verletzt, kommt häufiger vor, als man denkt. Hier lesen Sie, warum ein Mundschutz wichtig ist, welchen Sie wählen und wie Sie ihn pflegen.
Wie ein Mundschutz die Zähne schützt
Trifft beim Sport ein Ball das Gesicht, stößt Ihr Kind mit einem anderen zusammen oder schlägt es bei einem Sturz mit dem Gesicht auf, kann ein Schneidezahn abbrechen oder ganz herausfallen. Sind die Schneidezähne schon gewechselt, trifft es einen Zahn fürs Leben, und das wiegt besonders schwer.
Ein Mundschutz ist ein weicher Schutz, der über die Zähne gesetzt wird. Er verteilt und dämpft die Wucht eines Aufpralls und fängt einen Teil davon für Zähne, Lippen und Kiefer ab. Außerdem verhindert er, dass Lippen oder Wangeninnenseite an den Zähnen aufreißen.
Empfohlen wird er bei:
- Sportarten mit Körper- oder Ballkontakt wie Fußball, Basketball oder Taekwondo
- Aktivitäten mit Sturzgefahr wie Radfahren oder Rollerfahren
Es gibt drei Arten von Mundschutz:
- Individuell angepasst: Die Zahnarztpraxis nimmt einen Abdruck der Zähne Ihres Kindes. Er sitzt am besten und fällt kaum heraus.
- Thermoplastisch (Boil-and-Bite): Er wird in heißem Wasser weich gemacht und durch Draufbeißen angeformt. Er ist die zweitbeste Wahl.
- Konfektioniert: Er wird ohne Anpassung eingesetzt. Er fällt leicht heraus und erschwert das Atmen und wird deshalb nicht empfohlen.
Ein schlecht sitzender Mundschutz wird von Kindern immer wieder herausgenommen und erfüllt so seinen Zweck nicht. Deshalb gilt der individuell angepasste als beste Wahl.
So bereiten Sie ihn vor und so wird er genutzt
- Wenn Ihr Kind mit einem Sport beginnt, fragen Sie in der Zahnarztpraxis nach einem individuell angepassten Mundschutz.
- Er wird nicht nur bei Spielen, sondern auch beim Training getragen. Verletzungen passieren beim Training genauso.
- Nach dem Sport mit Wasser abspülen, trocknen lassen und in einer belüfteten Dose aufbewahren.
- Nicht im heißen Auto oder in der Sonne liegen lassen. Hitze kann ihn verformen.
- Ersetzen Sie ihn, wenn er reißt oder locker wird.
Trägt Ihr Kind eine Zahnspange, verwenden Sie statt eines normalen Mundschutzes einen Mundschutz speziell für Zahnspangen. Mit Spange verletzen sich Lippen und Wangen besonders leicht, er ist hier also umso wichtiger.
Sagt Ihr Kind, der Mundschutz sei unbequem, sitzt er meist nicht gut. Ein gut sitzender Mundschutz behindert Sprechen und Atmen kaum. Geben Sie nicht gleich auf, wenn Ihr Kind ihn nicht mag, sondern lassen Sie zuerst in der Praxis prüfen, ob er passt.
Beim ersten Mal ist er für Kinder ungewohnt. Lassen Sie Ihr Kind ihn vor dem Sport zu Hause immer wieder kurz tragen, dabei sprechen und tief atmen. So gewöhnt es sich schnell daran. Nimmt Ihr Kind ihn in der Pause heraus, gehört er in die Dose und nicht irgendwohin. Schreiben Sie den Namen auf die Dose, damit er nicht mit dem eines anderen Kindes verwechselt wird.
Ein häufiger Fehler ist, einen einmal angefertigten Mundschutz jahrelang weiterzuverwenden. Bei Grundschulkindern fallen ständig Zähne aus und neue kommen, die Form im Mund ändert sich oft. Was früher gut saß, kann irgendwann locker sein.
Häufige Fragen
Beim Taekwondo trägt mein Kind schon Schutzausrüstung. Braucht es trotzdem einen Mundschutz?
Bei Sportarten, bei denen man sich im Gesicht stoßen oder stürzen kann, wird er empfohlen. Auch mit Kopfschutz müssen Zähne und Lippen im Mund eigens geschützt werden.
Die Zähne wechseln ständig. Lohnt sich trotzdem ein individuell angepasster Mundschutz?
Ja. Solange viele Zähne wechseln, wird bei den regelmäßigen Kontrollen auch geprüft, ob der Mundschutz noch gut sitzt. Wird er locker oder passt nicht mehr, wird ein neuer angefertigt.
Mein Kind findet ihn beengend und nimmt ihn ständig heraus.
Meist sitzt er dann nicht gut. Verwenden Sie ein konfektioniertes Modell, wechseln Sie zu einem thermoplastischen oder individuell angepassten. Ist es schon ein angepasster, lassen Sie den Sitz in der Praxis prüfen.
Kann sich mein Kind mit Mundschutz gar nicht mehr an den Zähnen verletzen?
Er dämpft den Aufprall, kann ihn aber nicht vollständig abhalten. Wurde ein Zahn trotz Mundschutz heftig getroffen, lassen Sie ihn in der Zahnarztpraxis prüfen.
Wann zum Zahnarzt
- Ihr Kind beginnt mit einem neuen Sport und braucht einen angepassten Mundschutz
- Ein Zahn wurde beim Sport getroffen und wackelt oder verfärbt sich (auch ohne Schmerzen)
- Ein Zahn ist abgebrochen oder herausgefallen (sofort hingehen)
- Der Mundschutz ist gerissen oder locker geworden
- Ihr Kind hat eine Zahnspange bekommen und braucht einen Mundschutz speziell dafür
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Quellen
- AAPD · Policy on Prevention of Sports-related Orofacial Injuries (2023)
- ADA · Mouthguards (MouthHealthy) (2024)
Die Informationen in diesem Artikel dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine zahnärztliche Behandlung. Sprechen Sie mit einer Zahnärztin oder einem Zahnarzt über die Situation Ihres Kindes.