Kind schläft mit offenem Mund und schnarcht: Wie Mundatmung die Zähne beeinflusst
Ständige Mundatmung oder nächtliches Schnarchen kann Biss und Gesichtswachstum prägen. Warum, wie Sie ein paar Nächte beobachten und wann Sie es abklären lassen.
Auf einen Blick
- Mundatmung und Schnarchen ein paar Nächte lang notieren
- Ständige Mundatmung kann den Gaumen schmal und hoch machen
- Scheinbare Atemaussetzer im Schlaf? Abklärung nicht aufschieben
Wenn Sie Ihr schlafendes Kind betrachten, steht der Mund vielleicht leicht offen, oder aus dem kleinen Körper kommt ein überraschend lautes Schnarchen. Das wirkt oft niedlich. Kommt es aber jeden Tag vor, lohnt sich ein genauerer Blick. Hier erfahren Sie, warum Mundatmung und Schnarchen wichtig sind und worauf Sie zu Hause achten können.
Mundatmung verändert Mund und Zahnstellung
Eigentlich atmen wir durch die Nase. Ist die Nase aber wegen einer Rhinitis oder großer Mandeln und Polypen (Rachenmandeln hinter der Nase) oft verstopft, atmet ein Kind ganz von selbst durch den Mund.
Bei offenem Mund liegt die Zunge tief. Normalerweise liegt sie am Gaumen an und stützt den Oberkiefer von innen. Liegt sie unten, fehlt diese Stütze. Der Gaumen wächst dann eher schmal und hoch. Die Folge: Die oberen Zähne können vorstehen oder der Zahnbogen wird zu schmal. Kiefer und Gesicht wachsen bei Kindern gerade kräftig. Hält diese Gewohnheit lange an, kann sie auch die Wachstumsrichtung beeinflussen.
Mundatmung hängt auch mit Karies zusammen. Bei offenem Mund trocknet der Mund aus, und der Speichel kann die Zähne schlechter umspülen und schützen. Kinder, die durch den Mund atmen, bekommen deshalb leichter Karies.
Nehmen Sie auch Schnarchen nicht auf die leichte Schulter. Während einer Erkältung schnarcht fast jeder ein paar Tage lang. Schnarcht Ihr Kind aber jede Nacht, wacht es oft auf, ist es tagsüber müde oder kann sich schlecht konzentrieren, können sich die Atemwege im Schlaf verengen. Wer nicht tief schläft, ist tagsüber erschöpft, gereizt oder wirkt zappelig. Das wird manchmal fälschlich als Charakter- oder Erziehungsfrage gedeutet. Deshalb ist es wichtig, Nacht und Tag gemeinsam zu betrachten.
Ein paar Nächte beobachten
- Schauen Sie ein paar Nächte lang leise nach Ihrem schlafenden Kind und notieren Sie, ob der Mund offen steht und ob es schnarcht.
- Notieren Sie auch, ob die Atmung kurz aussetzt und dann tief nachgeholt wird und ob sich Ihr Kind oft hin und her wälzt oder aufwacht.
- Achten Sie darauf, ob es morgens gut aus dem Bett kommt und ob es tagsüber müde oder unkonzentriert ist.
- Steht der Mund auch tagsüber offen oder sind die Lippen oft rissig? Schreiben Sie auch das auf und erwähnen Sie es bei der Zahnkontrolle.
- Nehmen Sie das Schnarchen bei Bedarf kurz mit dem Handy auf. So lässt es sich beim Arzt viel leichter beschreiben.
Weil der Mund leicht austrocknet, achten Sie besonders auf Zähneputzen und Trinken. Putzen Sie vor dem Schlafen nach, und bieten Sie auch tagsüber oft Wasser an.
Ein häufiger Fehler ist, dem Kind nur zu sagen: „Mach den Mund zu." Ist die Nase verstopft, fällt ihm das schwer. Bevor Sie die Gewohnheit ändern wollen, sollten Sie zuerst herausfinden, warum es durch den Mund atmet. Kennt man die Ursache, kann sie gezielt behandelt werden. Da Ihr Kind gerade wächst, hilft eine frühe Abklärung auch Zahnstellung und Wachstum.
Häufige Fragen
Mein Kind schläft nur bei Erkältung mit offenem Mund. Ist das in Ordnung?
Bei verstopfter Nase ein paar Tage durch den Mund zu atmen, ist häufig. Halten offener Mund oder Schnarchen nach der Erkältung an, lassen Sie es untersuchen.
Mein Kind knirscht mit den Zähnen und schnarcht. Hängt das zusammen?
Zähneknirschen im Schlaf und Schnarchen treten manchmal gemeinsam auf. Knirschen bedeutet aber nicht automatisch eine Atemstörung im Schlaf. Schnarcht Ihr Kind fast täglich, lassen Sie es beim Kinderarzt abklären.
Kann man so etwas auch beim Zahnarzt erkennen?
Anhand der Gaumenform, des Bisses und der Größe der Mandeln kann ein Zahnarzt eine schlafbezogene Atemstörung vermuten. Diagnose und Behandlung werden gemeinsam mit Kinderarzt und HNO-Arzt entschieden.
Zu welchem Arzt gehe ich mit dem Schnarchen?
Sprechen Sie zuerst mit dem Kinderarzt. Er betrachtet Schnarchen als Symptom, das bei Kindern untersucht wird, und empfiehlt bei Bedarf eine Schlafuntersuchung. Ist die Nase oft verstopft, prüft der HNO-Arzt Mandeln und Polypen.
Lässt sich ein schmaler Zahnbogen kieferorthopädisch korrigieren?
Über die Zahnstellung können Sie in der Zahnarztpraxis sprechen. Bleibt die Ursache der verstopften Nase aber bestehen, atmet Ihr Kind wieder durch den Mund. Die Ursache sollte deshalb mitbehandelt werden.
Wann Sie es prüfen lassen sollten
- Ihr Kind scheint im Schlaf mit dem Atmen aufzuhören: Abklärung nicht aufschieben
- Es schnarcht fast jede Nacht
- Es ist tagsüber sehr müde oder unkonzentriert
- Die Nase ist oft verstopft: beim HNO-Arzt Allergien, Mandeln und Polypen abklären lassen
- Der Mund steht auch tagsüber offen oder die Lippen sind oft rissig: bei der Zahnkontrolle ansprechen
Zur richtigen Zeit erinnert werden
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Quellen
- AAPD · Policy on Obstructive Sleep Apnea (2023)
Die Informationen in diesem Artikel dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine zahnärztliche Behandlung. Sprechen Sie mit einer Zahnärztin oder einem Zahnarzt über die Situation Ihres Kindes.