Fluoridlack: Wozu er dient, wie er wirkt und wie oft
Fluoridlack ist hochkonzentriertes Fluorid, das beim Zahnarzt aufgepinselt wird. Wie er Karies an Milchzähnen verringert, die Abstände und was danach gilt.
Auf einen Blick
- Schnell aufgepinselt, ohne Bohren und Betäubung
- Zusammengefasste Studien: etwa ein Drittel weniger neue Karies an Milchzähnen
- Ersetzt nicht die Fluorid-Zahnpasta zu Hause
Bei der Kontrolle werden Sie vielleicht gefragt: „Sollen wir Fluoridlack auftragen?“ Sie putzen doch schon zu Hause mit Fluorid-Zahnpasta. Braucht es das zusätzlich, und ist es für Ihr Kind in Ordnung? Hier lesen Sie, was Fluoridlack ist, wozu er dient und wie oft er aufgetragen wird.
Was Fluoridlack ist und wie er hilft
Fluoridlack ist hochkonzentriertes Fluorid, das auf die Zahnoberfläche aufgetragen wird. Eine zähe Flüssigkeit wird mit einem Pinsel dünn auf die Zähne gestrichen. Sie haftet eine Weile auf der Oberfläche, und das Fluorid dringt langsam ein. Fluorid macht die Zahnoberfläche widerstandsfähiger und hilft, Stellen wieder zu härten, die von Säure schon leicht angelöst wurden.
Das Auftragen in der Praxis geht schnell. Es wird nicht gebohrt und nicht betäubt, und es tut nicht weh. Damit eignet sich diese Vorbeugung auch für kleine Kinder, die nicht lange auf dem Behandlungsstuhl liegen können.
Gerade für kleine Kinder ist das aus gutem Grund nützlich. Milchzähne haben einen dünneren Zahnschmelz als bleibende Zähne, deshalb schreitet Karies bei ihnen schnell voran. Und in diesem Alter ist es kaum möglich, wirklich jeden Winkel zu putzen, so sehr man sich auch bemüht. Der Lack schließt diese Lücken ein Stück weit. Zusammengefasste Studien zeigen, dass Kinder mit Lack im Durchschnitt etwa ein Drittel weniger neue Karies an den Milchzähnen hatten (gezählt nach Zahnflächen).
Eines sollten Sie sich dabei gut merken: Der Lack ersetzt nicht die Fluorid-Zahnpasta zu Hause. Grundlage ist das tägliche Putzen mit Fluorid-Zahnpasta, der Lack ist ein zusätzlicher Schutz, der regelmäßig in der Praxis aufgetragen wird. Nach dem Lack darf weder das Putzen pausieren noch dürfen mehr süße Snacks auf den Tisch.
Es gibt auch ein paar verbreitete Irrtümer:
- „Ohne Karies braucht es keinen Lack“: Auch ohne Karies kann er bei hohem Kariesrisiko häufiger aufgetragen werden. Fluoridlack ist Vorbeugung, bevor Karies entsteht.
- „Einmal aufgetragen, hält er lange“: Damit die Wirkung anhält, muss er regelmäßig erneuert werden.
- „Je mehr Fluorid, desto besser“: In der Praxis wird nur die Menge verwendet, die die Zahnärztin oder der Zahnarzt festlegt. Zu Hause müssen Sie deshalb nicht mehr Zahnpasta nehmen.
So besprechen Sie es bei der Kontrolle
- Fragen Sie nach dem Abstand. Meist sind es 3–6 Monate, festgelegt von der Zahnarztpraxis passend zum Kariesrisiko Ihres Kindes.
- Bei hohem Kariesrisiko besonders darauf achten. Kindern mit hohem Risiko wird mindestens alle 6 Monate eine Anwendung empfohlen. Hatte Ihr Kind schon Karies, isst es oft süße Snacks oder bekommt es noch nachts zu trinken, sprechen Sie das bei der Kontrolle an.
- Halten Sie sich an die Hinweise danach. Was nach dem Auftragen beim Essen, Trinken und Putzen gilt, handhaben Praxen etwas unterschiedlich. Halten Sie sich an das, was Ihnen gesagt wird.
- Die Pflege zu Hause geht weiter. Putzen Sie auch danach zweimal täglich mit Fluorid-Zahnpasta und achten Sie weiter auf süße Snacks.
- Wurde Karies festgestellt, fragen Sie nach den Möglichkeiten. Lassen Sie sich die Behandlungsmöglichkeiten mit ihren Vor- und Nachteilen erklären und entscheiden Sie gemeinsam.
Ist Ihr Kind beim ersten Mal unsicher, sagen Sie kurz und locker: „Deine Zähne bekommen ein glänzendes Kleid.“ Es hilft auch, zu Hause vorher zu üben, den Mund eine Weile offen zu halten.
Häufige Fragen
Wir putzen zu Hause mit Fluorid-Zahnpasta. Braucht es den Lack trotzdem?
Beides hat eine andere Aufgabe. Die Zahnpasta ist das tägliche Basis-Fluorid, der Lack hochkonzentriertes Fluorid, das regelmäßig in der Praxis hinzukommt. Ob und wie oft er nötig ist, legt die Zahnarztpraxis je nach Kariesrisiko Ihres Kindes fest.
Ist es schlimm, wenn mein Kind Lack verschluckt?
Fluoridlack wird ausdrücklich auch für kleine Kinder empfohlen, und weil er nur dünn aufgetragen wird, ist die Menge gering. Was danach zu beachten ist, sagt Ihnen die Praxis.
Reicht Lack allein, wenn schon Karies da ist?
Das hängt von Tiefe und Zustand der Karies ab. Beginnende Karies, bei der noch kein Loch entstanden ist, lässt sich mit Fluorid stoppen. Fortgeschrittene Karies braucht unter Umständen eine andere Behandlung. Fragen Sie in der Praxis, welche Möglichkeiten es gibt und welche Vor- und Nachteile sie haben, und entscheiden Sie gemeinsam.
Bis zu welchem Alter wird Lack aufgetragen?
Maßgeblich ist nicht ein festes Alter, sondern das Kariesrisiko. Bei hohem Risiko wird er öfter aufgetragen, bei niedrigem werden die Abstände manchmal länger. Das wird bei jeder Kontrolle neu festgelegt.
Wann Sie zum Zahnarzt gehen sollten
- Seit die Zähne da sind, wurden Sie noch nie zu Fluoridlack beraten
- An einem Zahn ist ein weißer Streifen oder eine kreidig matte Stelle zu sehen
- An einem Zahn ist ein brauner oder schwarzer Fleck entstanden
- Ihr Kind hatte schon Karies oder Geschwister haben viel Karies
- Der letzte Lack ist lange her und der nächste Abstand muss festgelegt werden
Zur richtigen Zeit erinnert werden
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Quellen
- AAPD · Fluoride Therapy (2023)
- Cochrane · Fluoride varnishes for preventing dental caries in children and adolescents (2013)
Die Informationen in diesem Artikel dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine zahnärztliche Behandlung. Sprechen Sie mit einer Zahnärztin oder einem Zahnarzt über die Situation Ihres Kindes.