Zahnen: Was ist normal? Anzeichen, sanfte Linderung und was bei Fieber gilt
Sabbern und Quengeln sind beim Zahnen häufig, Fieber ab 38 °C oder Durchfall kommen aber nicht davon. Wie Sie sicher lindern, was Sie meiden und wann zum Arzt.
Auf einen Blick
- Sabbern ist normal. Fieber ab 38 °C (100,4 °F) kommt nicht vom Zahnen
- Einen im Kühlschrank gekühlten Beißring geben
- Keine Benzocain-Gels und Bernsteinketten
Plötzlich sabbert Ihr Baby ununterbrochen, steckt die Hände in den Mund und schläft schlecht. Da liegt der Gedanke nahe: Kommt ein Zahn? Hat es dann aber Fieber oder dünnen Stuhl, ist unklar, ob das auch vom Zahnen kommt. Hier lesen Sie, was beim Zahnen typisch ist, welche Anzeichen nicht dazugehören und wie Sie Ihr Baby zu Hause sicher beruhigen.
Was beim Zahnen in Ihrem Baby vorgeht
Während sich ein Zahn durch das Zahnfleisch schiebt, ist das Zahnfleisch geschwollen, es juckt und tut etwas weh. Deshalb zeigen Babys oft Folgendes:
- Sie sabbern mehr als sonst.
- Sie stecken Hände, Spielzeug und alles, was sie finden, in den Mund und beißen darauf herum.
- Sie quengeln ohne erkennbaren Grund und sind schneller gereizt.
- Sie schlafen unruhig oder wachen häufig auf.
- Das Zahnfleisch an der Durchbruchstelle ist geschwollen und tut bei Berührung weh.
Der erste Zahn kommt meist um den 6. Monat, doch die Unterschiede zwischen Babys sind groß. Die Zahnungsbeschwerden kommen mit jedem neuen Zahn wieder und klingen meist nach einigen Tagen ab.
Beim Zahnen kann die Temperatur leicht steigen. Fieber ab 38 °C oder Durchfall kommen aber nicht vom Zahnen. In diesem Alter stecken Babys alles in den Mund und fangen sich leicht Erkältungen oder Magen-Darm-Infekte ein. Wer Fieber einfach dem Zahnen zuschreibt, entdeckt eine andere Krankheit womöglich zu spät.
Kühl und sanft lindern
Beim Zahnen helfen Kühle und sanfter Druck.
- Geben Sie einen im Kühlschrank gekühlten Beißring. Waschen Sie einen festen Beißring aus Gummi gründlich, legen Sie ihn in den Kühlschrank und geben Sie ihn dann. Auch ein sauberer, feuchter Waschlappen aus dem Kühlschrank eignet sich.
- Waschen Sie sich die Hände und massieren Sie das Zahnfleisch sanft mit dem Finger. Leichter Druck auf die Stelle, an der der Zahn kommt, tut vielen Babys gut.
- Wischen Sie den Sabber oft ab, damit Kinn und Hals nicht wund werden, und cremen Sie die Haut dünn ein.
- Hat Ihr Baby starke Beschwerden, fragen Sie in der Kinderarztpraxis nach einem altersgerechten Mittel gegen Fieber und Schmerzen. Halten Sie sich bei der Menge unbedingt an die Anweisung von Kinderarzt oder Apotheke.
Ein paar typische Fehler gibt es auch:
- Ein im Gefrierfach gefrorener Beißring ist zu hart und kann das Zahnfleisch verletzen. Legen Sie ihn nur in den Kühlschrank.
- Wählen Sie lieber einen festen Beißring aus Gummi als einen mit Flüssigkeit darin.
- Lassen Sie Ihr Baby mit dem Beißring nicht allein, sondern bleiben Sie in der Nähe, solange es darauf kaut.
Wacht Ihr Baby nachts oft auf, behalten Sie Ihr gewohntes Einschlafritual ruhig bei. Das Zahnen geht vorbei, Gewohnheiten aus dieser Zeit halten sich aber oft lange. Achten Sie darauf, dass Ihr Baby nicht immer öfter mit der Flasche in den Schlaf getröstet wird.
Auch wenn das Zahnen Ihr Baby quengelig macht, lassen Sie das Zähneputzen nicht ausfallen. Putzen Sie behutsam um die schmerzende Stelle herum und verwenden Sie weiter eine reiskorngroße Menge Fluorid-Zahnpasta.
Häufige Fragen
Kann mein Baby beim Zahnen Fieber bekommen?
Eine leicht erhöhte Temperatur ist möglich. Ab 38 °C sollten Sie das aber nicht einfach dem Zahnen zuschreiben. Sprechen Sie je nach Alter und Zustand Ihres Babys mit der Kinderarztpraxis. Hat ein Baby im Alter von 3 Monaten oder jünger 38 °C oder mehr, holen Sie sofort ärztliche Hilfe.
Bekommen Babys vom Zahnen Durchfall?
Durchfall kommt nicht vom Zahnen. In diesem Alter stecken Babys oft Hände und Gegenstände in den Mund und bekommen leicht Magen-Darm-Infekte. Hält der Durchfall an, lassen Sie es in der Kinderarztpraxis abklären.
Darf ich ein Mittel gegen Fieber und Schmerzen geben?
Wenn Beißring und Zahnfleischmassage nicht genug helfen, ist das möglich. Welches Mittel in welcher Menge passt, hängt bei Babys aber von Alter und Gewicht ab. Sprechen Sie deshalb vorher unbedingt mit Kinderarzt oder Apotheke.
Helfen Bernsteinketten wirklich nicht?
Es gibt keinen Beleg, dass sie Schmerzen lindern. Dafür wurde über Unfälle berichtet, bei denen Perlen verschluckt wurden oder sich die Kette um den Hals gelegt hat. Am sichersten ist es, Ihrem Baby gar nichts um den Hals zu hängen.
Das Zahnfleisch hat eine bläuliche Schwellung.
An der Stelle, an der ein Zahn kommt, zeigt sich manchmal eine bläuliche, bläschenartige Schwellung. Meist verschwindet sie von selbst, wenn der Zahn durchbricht. Machen Sie sich trotzdem Sorgen, gibt Ihnen ein Blick in der Zahnarztpraxis Sicherheit.
Wann Sie ärztlichen Rat holen sollten
- Ihr Baby hat Fieber ab 38 °C
- Durchfall oder Erbrechen halten an
- Am Körper zeigt sich ein Ausschlag
- Ihr Baby wirkt ungewöhnlich schlapp oder matt
- Die bläuliche Schwellung am Zahnfleisch geht nicht zurück oder wird größer
Zur richtigen Zeit erinnert werden
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Quellen
- FDA · Safely Soothing Teething Pain and Sensitivity in Infants and Toddlers (2018)
- AAP · Teething: 4 to 7 Months (HealthyChildren.org) (2023)
- AAP · Fever and Your Baby (HealthyChildren.org) (2025)
Die Informationen in diesem Artikel dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine zahnärztliche Behandlung. Sprechen Sie mit einer Zahnärztin oder einem Zahnarzt über die Situation Ihres Kindes.